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Aktuelles aus Hünfeld

Das „Gesicht Proskaus“ in Hünfeld

Hünfeld. Sichtlich bewegt hat die langjährige Bürgermeisterin Roza Malik während der Bürgerbegegnung zwischen Prokauern und Hünfeldern die St.-Ulrich-Plakette der Stadt Hünfeld als Ehrengeschenk aus den Händen von Bürgermeister Stefan Schwenk entgegengenommen. Er überreichte ihr die Plakette in Anerkennung der großen Verdienste, die sich Roza Malik um die Vertiefung der Freundschaft zwischen den Hünfeldern und Proskauern in über 20 Jahren erworben hatte.

Roza Malik war bis vergangenes Jahr Bürgermeisterin und hatte sich als Mitglied des Rates der Gemeinde schon vor der Gründung der Partnerschaft für die Kontakte zwischen Hünfeldern und Proskauern engagiert. Über die vielen Jahre sei Roza Malik zum „Gesicht Proskaus“ in der Haunestadt geworden. Mit ihrer temperamentvollen und liebenswerten Art, ihrer Herzlichkeit und Offenheit habe sie sich nicht nur in Hünfeld, sondern auch in Hünfelds französischer Partnerstadt Landerneau einen großen Freundeskreis erworben, betonte Schwenk.
Sie sei eine leidenschaftliche und glühende Europäerin und habe den Gedanken von grenzenloser Völkerfreundschaft vorgelebt. Ihr seien Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als gemeinsame Werte vielleicht noch viel präsenter als im Westen, da sie noch die Militärdiktatur und den kommunistischen Staatsapparat in Polen erleben musste. Heute erschienen vielen in Europa diese Werte selbstverständlich, sie seien es aber nicht und müssten jeden Tag auf Neue verteidigt werden, unterstrich Schwenk.
Sichtlich gerührt nahm die langjährige Bürgermeisterin dieses Ehrengeschenk entgegen. Wer Europa richtig verstehe, müsse Menschen zusammenbringen, denn da, wo Menschen einander träfen, sei Europa zusammen. Europa machen Menschen und nicht Papiere, Verträge und Gesetze, hob Roza Malik hervor. Deshalb sei sie sehr froh, dass 70 Prozent der Polen trotz der gegenwärtigen politischen Konstellation für ein einiges Europa eintreten. Besonders wichtig sei ihr stets der Schüleraustausch gewesen, denn gerade junge Menschen hätten vergleichbare Interessen und müssten einander kennenlernen.
Was vor mehr als 30 Jahren für sie nur eine vage Hoffnung gewesen sei, habe sich durch das Zusammenwachsen Europas entwickelt, sagte die langjährige Bürgermeisterin. Sie forderte dazu auf, einfach daran zu glauben, dass es besser gehe. Weil Hünfeld und Proskau bereits in schwieriger Zeit an einen gemeinsamen Weg geglaubt hätten, sei er Wirklichkeit geworden und diese Freude wolle sie gern mit den Hünfeldern teilen.
Bernd Ebert, stellvertretender Vorsitzender des Hünfelder Partnerschaftsvereins, sprach von mutmachenden Worten, die Roza Malik an die Hünfelder gerichtet habe. Die Partnerschaft zwischen Proskau und Hünfeld werde nicht bestimmt durch offizielle Delegationen, sondern durch die Freundschaft unter Menschen. Diese ist auch der neuen Vorsitzenden des Proskauer Partnerschaftsvereins besonders wichtig. Bianka Zymla freute sich, dass es nach wie vor ein sehr großes Interesse in Proskau an dieser Verbindung mit Hünfeld gibt. Allein ein Drittel der Delegation, die zu dem Treffen angereist ist, fuhr zum ersten Mal nach Hünfeld. Sie wünsche sich, dass diese Freundschaft mindestens 100 Jahre halte. 18 Jahre gehöre Polen jetzt der Europäischen Union an und die Partnerschaft sei noch älter. Sie dankte auch den Hünfeldern für die großartigen Hilfen, die Proskau in der Vergangenheit zuteil geworden seien.
Innerhalb der Bürgerbegegnung war eine Delegation des Hünfelder Partnerschaftsvereins den Gästen bereits in Weimar entgegengekommen. In Hünfeld trafen sich die Gäste, die in Hünfelder Familien wohnen, mit ihren Gastgebern zu einem Abend der Begegnung im Pfarrheim St. Ulrich.

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