Große Resonanz auf Bürgerversammlung
Kommunale Wärmeplanung
Die Sitzplätze im Kleinen Saal reichten nicht aus, weitere Stühle wurden herbeigeholt – so groß war die Resonanz auf den Abend. Rund 120 Interessierte nutzen die Veranstaltung, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Wärmeversorgung in der Konrad-Zuse-Stadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten schrittweise umgestellt werden kann – unter Berücksichtigung von Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit.
„Die Kommunale Wärmeplanung zeigt die Möglichkeiten auf, wo am besten wie in einer Kommune geheizt werden kann. Was genau aber in den Quartieren passiert, ist den Entscheidungsträgern oder Bürgern überlassen“, verdeutlichten Dr. Thorsten Ebert und Lukas Wenzel von der Firma Qoncept Energy aus Kassel.
Innerhalb der Kommunalen Wärmeplanung hat das Büro seit Ende 2024 die Wärmeversorgung in der gesamten Kommune unter die Lupe genommen. Alle fünf Jahre wird die Wärmeplanung nun neu erstellt und nachgeschärft. „Es geht darum, ein Zielbild für 2045 zu zeichnen“, sagte Bürgermeister Benjamin Tschesnok. Was sind die Erneuerbaren Energiepotenziale vor Ort? Wie kann eine klimaneutrale und möglichst unabhängige Wärmeversorgung im Jahr 2045 aussehen? Und wie gestaltet sich der Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung?
In einer Präsentation zeigte Wenzel, welche Gebiete in der Kernstadt sich für Fernwärmenetze eignen. Auch in den Stadtteilen gebe es potenziell geeignete Gebiete für Wärmenetze, aufgrund der Wirtschaftlichkeit für die Hausbesitzer müssten diese in den Stadtteilen allerdings genossenschaftlich betrieben werden. Außerdem zeigte der Projektleiter, wo es in Hünfeld Potenziale für eine dezentrale Wärmeversorgung in Gebäuden mittels Wärmepumpen gebe.
Regionalberater Rainer Dallmann von der Landesenergieagentur Hessen lobte: „Hünfeld ist eine Kommune, die bereits viele Hausaufgaben gemacht hat.“ Er zeigte den Interessierten Fördermöglichkeiten auf, verdeutlichte, warum sich ein Heizungstausch lohne, und verglich verschiedene Heizsysteme.
Tschesnok stellte die weiteren Schritte für Hünfeld vor: Voraussichtlich im Mai stimmen die Stadtverordneten über die Kommunale Wärmeplanung ab. Daran schließt sich eine Machbarkeitsstudie an, beauftragt von den Stadtwerken. Diese dauere rund ein Jahr.
Nach dem Vortrag blieb genügend Zeit für die Bürger, um den Experten Fragen zu stellen. Dr. Ebert riet den Hausbesitzern, wenn möglich noch ein, bis zwei Jahre abzuwarten, wenn ein Heizungstausch anstehe. Dann gebe es mitunter neue Erkenntnisse. „Die fertige Wärmeplanung ist nicht das Ende des Projekts, sondern der Anfang“, hob Ebert hervor.
Die Ergebnisse:
• Klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 ist möglich.
• Deutlicher Ausbau eines Wärmenetzes ist technisch und wirtschaftlich sinnvoll.
• Dezentrale Versorgung in Gebieten ohne zukünftiges Wärmenetz ist weitgehend mit Wärmepumpen möglich.
• CO2-Neutralität kann aus technischer Sicht bis 2045 erreicht werden.
