Neues Konezpt im Konrad-Zuse-Museum
Z22 steht jetzt im Obergeschoss
Einmal komplett auseinandergeschraubt, nach oben getragen und originalgetreu wieder zusammengesetzt: Was sich so einfach anhört, war für das Team des Konrad-Zuse-Museums ein Kraftakt. „Wir haben viele Stunden daran geschraubt und geputzt, und die Mitarbeiter vom Bauhof der Stadt Hünfeld haben dann schließlich die schweren Einzelteile nach oben transportiert. Vielen Dank dafür“, sagte Museumsleiterin Ute Schneider im Rahmen eines kleinen Empfangs, zudem auch der Sohn von Konrad Zuse, Prof. Dr. Horst Zuse, gekommen war. „Sie haben hier wirklich ein schönes Stück mit dieser Maschine im Museum“, lobte Zuse, der den interessierten Besuchern im Museum ausführlich erläuterte, was die Maschine aus dem Baujahr 1956 so alles konnte. „Sie besitzt 400 bis 500 Elektronenröhren, ein Rechenwerk, das 20 Zahlenoperationen pro Sekunde schafft und einen Trommelspeicher. Diese Maschine hatte einen Riesenkrach gemacht. Die Wissenschaftler damals waren trotzdem glücklich damit“, erklärte Horst Zuse. 55 Stück wurden von der Z22 ausgeliefert, die Nummer 1 ist seit 2004 in Hünfeld zu bewundern. 180.000 Deutsche Mark kostete die Maschine, die viele Jahre einen wesentlichen Beitrag zur Berechnung von Flugzeugflügeln leistete. Konstrukteur war Lorenz Hanewinkel, der für die Zuse KG die Maschine entwickelte.
Auch Gudrun Trossbach aus Nüst war zum Empfang der Rechenmaschine ins Museum gekommen. Sie arbeitete 1958 an einer Z22 bei der Zuse KG in Bad Hersfeld und nahm nach 68 Jahren noch einmal an der Maschine Platz. „Konrad Zuse war ein angenehmer Chef“, erinnert sie sich.
Der Auslöser für den Umzug der Z22 war das neue Museumskonzept, in dem der Zuse-Abteilung eine Frischzellen-Kur verpasst werden soll. „Konrad Zuse hat die Grundlagen für die heutige KI gelegt. Das Thema KI wollen wir nun in der Ausstellung entsprechend unterbringen“, so Ute Schneider. Aus der Umgestaltung einer Abteilung ist inzwischen ein komplett neues Konzept für das ganze Museum geworden. „Vom Stein zum Bit“ lautet das neue Motto des Museums, denn neben der Zuse-Ausstellung kann im Museum von der Stein- und Bronzezeit über das Frühmittelalter bis in die Moderne gestöbert werden. Ein modernes Gestaltungskonzept wird aktuell noch erarbeitet, wobei die Inhalte der Objekte neu aufgearbeitet werden“, verrät die Museumsleiterin.
Dabei könnten Fördermittel aus dem Förderprogramm der Klaus-Tschira-Stiftung „Komm MINT aufs Land“ helfen, für das sich das Mathematikum Gießen mit dem Konrad-Zuse-Museum zusammen beworben hat. Diese Förderlinie hat das Ziel, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in die ländliche Region zu bringen, in dem es Partnerschaften zwischen großen MINT-Museen und kleineren Einrichtungen auf dem Land fördert. Der erste Schritt ist also geschafft. „Nächstes Jahr haben wir dann hier eventuell eine mathematische Hand-On-Ausstellung, die die Zuse-Ausstellung mit Inhalten auch für die jüngere Generation ergänzt“, sagte Ute Schneider.
Stadträtin Karin Grosch lobte das Team des Konrad-Zuse-Museums für sein Engagement. „Hier in Hünfeld existiert die weltweit größte Sammlung an Maschinen von Konrad Zuse. Das Museum ist ein Wahrzeichen von Hünfeld, und das ist auch der Verdienst der Mitarbeiter, die mit Herzblut hier arbeiten. Ihr bringt das Museum immer weiter voran und würdigt mit eurer Arbeit das Lebenswerk Konrad Zuses“, so Grosch.
