Gemeinsam effizienter

Erfolgsgeschichte IKZ

Jede dieser Aufgaben, die nun gemeinsam erledigt würden, hätte vor allem die kleineren Kommunen an Grenzen gebracht. Gemeinsam können sie nun besser, kostengünstiger mit spezialisiertem Fachpersonal und sicherer erledigt werden, sind die Bürgermeister überzeugt. Statt aufwändig jeder für sich eigene Kompetenzen und kostenträchtige Strukturen aufzubauen, können damit Synergien genutzt werden, um im sogenannten „Back Office-Bereich“ Skalie-rungseffekte zu erzielen.   

Anlass für den Beginn der IKZ im Jahr 2006 war seinerzeit die gemeinsame Bewerbung der Kommunen im Förderprogramm Stadtumbau in Hessen. Zunächst wurde auf der Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung vorrangig in der städtebaulichen Entwicklung zusammengearbeitet und parallel geprüft, ob in den anderen Verwaltungsbereichen ebenfalls eine Kooperation vorteilhaft ist. So entstanden weitere Kooperationsbereiche wie die gemeinsame Atemschutzwerkstatt, das gemeindeübergreifende Netzwerk des Generationentreffs oder auch der gemeinsame Standesamtsbezirk von Rasdorf und Hünfeld und die Tourist-Info Hes-sisches Kegelspiel. Innerhalb des Förderprogrammes konnte auch die ehemalige Landratsamtsvilla erworben und zu einem modernen Dienstleitungszentrum ausgebaut werden, das den Namen „Kegelspielhaus“ trägt.

Einige Jahre später zeigte sich, dass es eine Rechtsform über die weitgehend unverbindliche Arbeitsgemeinschaft hinaus braucht, um weitere Effizienzgewinne erzielen und ein gemeinsames Finanzwesen gründen zu können. Deshalb wurde im Jahr 2013 mit dem Zweckverband Hessisches Kegelspiel eine eigene kleine Behörde gegründet, die nun erstmals auch eigenes Personal anstellen konnte, sich aber insbesondere in den Anfangsjahren auch entsendeten Mitarbeitern der Mitgliedskommunen für die Erledigung der Aufgaben bediente.

Den Vorstand des Zweckverbandes bilden die Bürgermeister für die laufende Verwaltung, Entscheidungsorgan ist die Verbandsversammlung, in die alle beteiligten Kommunen nach ihren jeweiligen Mehrheitsverhältnissen gewählte Mandatsträger entsenden. Das operative Geschäft wird durch Ingo Rancke als bestellten Geschäftsführer geleitet, der in Hünfeld aufwuchs und mit seiner Familie in Steinbach lebt.

Bei der interkommunalen Zusammenarbeit im Finanzwesen wird auf eine einheitliche Softwarestruktur zurückgegriffen, die von den Mitarbeitern sowohl des Zweckverbandes als auch der kommunalen Verwaltungen als gemeinsames Werkzeug genutzt wird. Dabei erledigt der Zweckverband unter anderem die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, den Versand von Steuer- und Abgabenbescheiden, Finanzstatistiken, die Stammdatenpflege und das Forderungswesen. Die Kommunen wiederum sind eigenständig tätig in der Haushaltsführung, der  Anlagenbuchhaltung, bei Darlehensverträgen, Geldanlagen und den Jahresabschlüssen. 

Weitere Schritte zu mehr Kosteneffizienz, zu mehr Datensicherheit und Betriebssicherheit haben die beteiligten Kommunen in gemeindeübergreifenden Arbeitsgruppen intensiv vorberei-tet. Es wurden gemeinsame Softwareplattformen für die Finanzen und den elektronischen Rechnungsworkflow, für die Auftragsabwicklung der Bauhöfe und für die Verwaltungssteue-rung in einem papierlosen Büro mit E-Akten eingeführt. Mittlerweile sind die Stadtwerke Hünfeld als kommunales Versorgungsunternehmen für alle Kommunen Dienstleister für den gemeinsamen Betrieb eines Rechenzentrums und betreuen die Soft- und Hardware in den jeweiligen Kommunen. 

Und die Erfolgsgeschichte soll weitergeschrieben werden: Aktuell befasst sich der Zweckverband mit dem Thema Cybersicherheit. Viele Kommunen mussten gerade in jüngerer Vergangenheit leidvoll erfahren, wie schnell sie durch externe Angriffe lahmgelegt werden können. Um hier für mehr Sicherheit zu sorgen, braucht es neben immer aufwändigeren technischen Vorkehrungen auch die Kompetenz zur Unterweisung der Mitarbeiter, damit sie nicht unfreiwillig Opfer solcher Angriffe werden können und Schadsoftware die Tür öffnen. Dazu wird derzeit eine kompetente interkommunale Informationssicherheitsstelle aufgebaut.