Mit Bildhauer Klaus Christ
Künstlergespräch begeisterte
Gleich zu Beginn warf Christ die Frage „Was ist Kunst?“ auf. Am Beispiel von Maurizio Cattelans Banane „Comedian“ erklärte er, dass Kunst sich nicht nur über das fertige Werk, sondern auch über die Gedanken der Kunstschaffenden erschließe. Er plädierte dafür, im Kunstunterricht die eigene Urteilskraft und genaue Wahrnehmung stärker zu fördern.
Anschließend beantwortete der Bildhauer Fragen zu den konvexen und konkaven Linien seiner Skulpturen. An drei monumentalen Werken aus Kirschholz und Esche erläuterte er, dass er ohne detaillierte Vorstudien arbeitet. Die Form entstehe spontan; oft bestimme schon der erste Schnitt mit der Kreissäge die Entwicklung. Das Ergebnis sind massive Werke mit vertikalen Öffnungen und lebendigen Oberflächen voller Bearbeitungsspuren.
Besonderes Interesse galt auch Christs Alabasterskulpturen. Er erklärte, dass Alabaster aufgrund seiner Transparenz faszinierende Lichtwirkungen bietet. Im Gasometer zeigen kleinere, von innen beleuchtete Alabasterwerke die besondere Ausstrahlung des Materials. Für Klaus Christ gibt es im schöpferischen Prozess kein Scheitern, da jede unerwartete Wendung zu etwas Neuem führe.
Zum Abschluss betonte er, dass Kunst kein Luxusgut werden dürfe, sondern für alle Menschen zugänglich bleiben müsse, um Begegnungen zu ermöglichen und Menschen zu verbinden. Das Gespräch bot dem Publikum so einen lebendigen Zugang zu den „Verwandlungsprozessen“ seiner Kunst.
