24. Unternehmertreffen in Hünfeld 

Netzwerken und Kontakte knüpfen

„Wir leben in angespannten Zeiten“, machte Bürgermeister Benjamin Tschesnok bei der Begrüßung deutlich. Auf die globalen Entwicklungen hätten wir keinen Einfluss. „Was wir aber tun können, und da sehe ich Politik und Wirtschaft in einer Verantwortungsgemeinschaft, ist, unsere Aufgaben vor Ort mit Umsicht und Weitblick zu erledigen“, betonte der Rathauschef. Die Politik müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die planbare Perspektiven für unternehmerische Entscheidungen böten.

Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer stellte fest: „Wir befinden uns in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten seit Beginn der Corona-Pandemie.“ Mittlerweile lebten wir wieder in einer Welt, in der Krieg und Leid alltäglich seien.

Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt sprach von volatilen Zeiten, die die Politik und die Unternehmen vor Ort gleichermaßen herausforderten. „Umso wichtiger ist es, immer wieder auch zusammen zu kommen und miteinander zu sprechen“, sagte Schmitt. Damit nehme das Unternehmertreffen einen wichtigen Raum ein. Zudem hob er die Bedeutung der Konrad-Zuse-Stadt für die Region hervor: „Hünfeld ist nach der Stadt Fulda das wichtigste wirtschaftliche Zentrum und Hünfeld ist für den Landkreis Fulda das wichtigste Schulzentrum.“

Michael Wehner stellte die Allianz Generalvertretung in Hünfeld vor, die seit 1999 besteht. Insbesondere auf die Themen Unternehmerversorge und betriebliche Altersvorsorge ging er ein. „Uns ist es wichtig, nicht nur kompetent, sondern auch ehrlich zu beraten“, unterstrich der gelernte Bankkaufmann.

Unterhaltsam und informativ wurde es beim Vortrag von Holger Wirthwein aus Koblenz, Fachanwalt für Strafrecht. Anhand von Beispielen machte er deutlich, wie schnell gegen einen Unternehmer ermittelt werden kann. Das Finanzamt prüft, der Zoll kommt, ein Konkurrent stellt eine anonyme Strafanzeige. „Das Strafbarkeitsrisiko ist heute ein typisches Risiko unternehmerischer Tätigkeit“, erklärte Wirthwein und ergänzte, das Unternehmen sei so zu organisieren, dass Straftaten grundsätzlich verhindert würden.

Dafür sei ein betriebsinternes Kontrollsystem wichtig. „Wer von Ihnen kontrolliert die Führerscheine Ihrer Mitarbeiter, wenn Sie ein Dienstauto fahren?“, fragte er und fügte hinzu: „Sie müssen die Führerscheine kontrollieren – und zwar regelmäßig.“ Wenn ein Mitarbeiter mit einem Dienstwagen einen tödlichen Verkehrsunfall baue, komme die Kripo ins Unternehmen und frage, warum der Mitarbeiter ohne Führerschein fahre.

Eine Straftat im Unternehmen sei eine Straftat durch Unterlassen. Unternehmer müssten Aufgabe delegieren, aber auch hinschauen. „Wenn ich einem Bauleiter sage, er soll alle morschen Gerüstteile aussortieren, ist das das eine.“ Aber man müsse vor Ort auch schauen, ob er das gemacht habe. „Ich möchte Ihnen keine Angst machen, ich möchte sensibilisieren.“

Wirthwein verdeutlichte, wie wichtig es sei, im Fall von Ermittlungen von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen – und sich immer einen Verteidiger zu nehmen, auch wenn man unschuldig sei. Er riet dazu, sich mit Krisenmanagement im Unternehmen zu befassen, einen Notfallplan in der Tasche zu haben und mit den Mitarbeitern zu besprechen, was beispielsweise zu tun ist, wenn der Zoll vor der Tür steht.

Nach dem Vortrag nutzten die Gäste die Gelegenheit, bei Getränken, Häppchen und an der Candy Bar ins Gespräch zu kommen.

Zu Beginn machte Schornsteinfeger Norbert Böth aus Weimar an der Lahn Werbung von Herzen für den Verein „Glückstour – Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“. Mit rund acht Millionen Euro gesammelten Spendengeldern ist die Glückstour einer der größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland. Jedes Jahr fahren die ehrenamtlichen Glücksradler über 1000 Kilometer mit dem Rad. Das Ziel: so viele Spenden wie möglich von Firmen, Institutionen, Handwerksinnungen und der Bevölkerung zu sammeln. Am Donnerstag, 28. Mai, macht die Glückstour Halt in Hünfeld.